Historie
Geschichte des Vereines
Schöneberger Schützengilde 1906 e. V. blickt auf eine traditionsreiche Geschichte im Berliner Sportschießen zurück. Sie verkörpert die typische Entwicklung eines Berliner Traditionsvereins, der die Brücke zwischen historischem Brauchtum und modernem Leistungssport schlägt.
Die Gründungsphase und das Kaiserreich (1906–1918)
Die Gilde wurde im Jahr 1906 im damals noch eigenständigen und rasant wachsenden Schöneberg vor den Toren Berlins gegründet. In dieser Epoche des Kaiserreichs erlebte das Vereinswesen im Berliner Umland einen enormen Boom. Schützenvereine dieser Zeit waren stark von gesellschaftlichen Traditionen, bürgerlichem Stolz und der Pflege von Kameradschaft geprägt. Neben dem Schießsport standen festliche Anlässe wie das jährliche Königsschießen im Mittelpunkt des Vereinslebens.
Zwischenkriegszeit, Gleichschaltung und Nachkriegsverbot (1919–1945)
Mit der Eingemeindung Schönebergs nach Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde die Gilde ein fester Bestandteil der Berliner Sportlandschaft. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erging es der Schöneberger Schützengilde wie allen deutschen Schützenvereinen: Sie wurde im Zuge der „Gleichschaltung“ in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungeneingegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurden durch den Alliierten Kontrollrat zunächst alle deutschen Schützenvereine verboten und aufgelöst, da das Schießen von den Besatzungsmächten als paramilitärisch eingestuft wurde.
Wiedergründung und Fokus auf den modernen Schießsport
Erst in den 1950er Jahren wurde das Sportschießen in der Bundesrepublik und im damaligen West-Berlin wieder erlaubt – allerdings unter strengen zivilen und sportlichen Auflagen. Die Schöneberger Schützengilde wurde reaktiviert und konzentrierte sich fortan konsequent auf den reinen, gewaltfreien Präzisionssport. Der Fokus verschob sich von den rein militärisch angehauchten Vorkriegstraditionen hin zu einem modernen Sportbetrieb. Im Jahr 2006 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen unter dem erklärten Gilden-Motto „Wir sind frei von Gewalt“.
Die Gilde in der Gegenwart
Heute ist die Schöneberger Schützengilde 1906 e. V. beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen (VR 1365 B) und als Mitglied im Schützenverband Berlin-Brandenburg (SVBB) sowie im Landessportbund Berlin organisiert.
Vereinsleben heute:
Trotz der Modernisierung hat sich die Gilde ihre historischen Wurzeln bewahrt. Es gibt bis heute traditi Strukturen wie ein Königshaus mit Rittern und Knappen.
Sportstätten:
Der Verein nutzt unter anderem Schießstände in der Monumentenstraße 13 in 10829 Berlin-Schöneberg, unweit des Viktoriaparks.
Disziplinen:
Trainiert werden heute moderne und olympische Disziplinen des Sportschießens mit Kurz- und Langwaffen nach den Richtlinien des Deutschen Schützenbundes (DSB).